im März 2025
Gastspiel in der Hauptstadt
geschrieben von Dr. Frank Hoffmann, Ruhr- Universität Bochum, Institut für Deutschlandforschung
Mit seinem Gastspiel auf dem "Campus der Demokratie" in Berlin wagt sich das Mainfranken Theater mit dem Stück Das schweigende Klassenzimmer an einen historischen Ort.
Hier, im Bezirk Lichtenberg, hatte das Ministerium für Staatssicherheit seinen Hauptsitz und sich eine kleine, eigene Stadt geschaffen, mit Einkaufsmöglichkeiten und Versorgungseinrichtungen für die vielen Tausend Beschäftigten, von der Außenwelt durch hohe Verwaltungsgebäude fast hermetisch abgeriegelt. Im Zentrum der Anlage residierte Minister Mielke in seinem holzgetäfelten Bürotrakt, kein besonders eleganter, aber ein bedrückender Ort der Macht, wie man überhaupt die ganze Liegenschaft nicht besuchen kann, ohne dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Hinter zu vielen Fenstern wurden Zersetzungspläne erdacht, Verhaftungen befohlen und Pläne konzipiert, Menschen auszuhorchen, sie zu quälen und ihnen ihre Rechte zu nehmen.
Vis-à-vis von seinem „Haus 1“ schaute der Minister auf das Casino seiner Offiziere, den Fest- und Konferenzsaal der Generalität und Oberspitzel des Geheimdienstes, ihren „Feldherrenhügel“ im Berliner Jargon. Dass hier am 6. und 7. März 2025 drei Aufführungen des Klassenzimmers stattfinden, begleitet von Gesprächen mit dem Zeitzeugen Karsten Köhler, ist dem tollen Ensemble um Schauspieldirektorin Barbara Bily und Regisseurin Anna Stiepani zu verdanken. Denn die Idee, mitten im Stasi- Reich die Geschichte vom Widerstand junger Leute gegen die DDR- Mächtigen zu erzählen, hat so fasziniert, dass man sich über äußere Misslichkeiten, etwa fehlende Garderoben, hinwegsetzte. So gelingt ein historischer Triumph, der perfekt zur Arbeit des „Campus“ passt, der hier Diktatur aufarbeitet und für die Demokratie wirbt: Gratulation an alle im Mainfranken Theater und toi, toi, toi!
Hier, im Bezirk Lichtenberg, hatte das Ministerium für Staatssicherheit seinen Hauptsitz und sich eine kleine, eigene Stadt geschaffen, mit Einkaufsmöglichkeiten und Versorgungseinrichtungen für die vielen Tausend Beschäftigten, von der Außenwelt durch hohe Verwaltungsgebäude fast hermetisch abgeriegelt. Im Zentrum der Anlage residierte Minister Mielke in seinem holzgetäfelten Bürotrakt, kein besonders eleganter, aber ein bedrückender Ort der Macht, wie man überhaupt die ganze Liegenschaft nicht besuchen kann, ohne dass einem ein Schauer über den Rücken läuft. Hinter zu vielen Fenstern wurden Zersetzungspläne erdacht, Verhaftungen befohlen und Pläne konzipiert, Menschen auszuhorchen, sie zu quälen und ihnen ihre Rechte zu nehmen.
Vis-à-vis von seinem „Haus 1“ schaute der Minister auf das Casino seiner Offiziere, den Fest- und Konferenzsaal der Generalität und Oberspitzel des Geheimdienstes, ihren „Feldherrenhügel“ im Berliner Jargon. Dass hier am 6. und 7. März 2025 drei Aufführungen des Klassenzimmers stattfinden, begleitet von Gesprächen mit dem Zeitzeugen Karsten Köhler, ist dem tollen Ensemble um Schauspieldirektorin Barbara Bily und Regisseurin Anna Stiepani zu verdanken. Denn die Idee, mitten im Stasi- Reich die Geschichte vom Widerstand junger Leute gegen die DDR- Mächtigen zu erzählen, hat so fasziniert, dass man sich über äußere Misslichkeiten, etwa fehlende Garderoben, hinwegsetzte. So gelingt ein historischer Triumph, der perfekt zur Arbeit des „Campus“ passt, der hier Diktatur aufarbeitet und für die Demokratie wirbt: Gratulation an alle im Mainfranken Theater und toi, toi, toi!
Text von
Dr. Frank Hoffmann
Ruhr- Universität Bochum
im Februar 2025
Zeitzeugenaufrtitt vor über 130 Gymnasiasten in Würzburg
geschrieben von Felix Heinz Holtschke
Zeitzeugenauftritt vor über 130 Gymnasiasten in Würzburg
Würzburg, Foyer Mainfrankentheater am 31.Januar 2025 um 9.30 Uhr:
Mehr als 130 Schüler und Lehrer des ehrwürdigen Riemenschneider-Gymnasiums – gegründet im Jahre 1886 - warteten bereits zu dieser für einen Rentner sehr frühen Morgenstunde auf den Zeitzeugen der 2. Deutschen Diktatur, um vielleicht etwas Authentisches und hautnah Erlebtes über die Zustände in der 1989 unterge- gangenen DDR zu erfahren als im üblichen Geschichtsunterricht. Selbst der kommis-sarische Intendant Georg Rootering ließ es sich nicht nehmen, in das vollbesetzte Foyer hineinzuschauen.
An diesem Tag hätte ich mich allerdings zweiteilen wollen. Denn am Vortage, spätabends gegen 20.40 Uhr, wurde im Deutschen Bundestag in Berlin seitens der Abgeordneten über die materielle Situation der ehemaligen Opfer des SED-Regimes diskutiert und nach einer ca. einstündigen Debatte endlich und eigentlich wider Erwarten das 6. Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR beschlossen. Wie gerne hätte ich diesem Akt der Wiedergutmachung, des Respekts und der Anerkennung der Lebensleistung politisch Verfolgter in der ehemaligen DDR persönlich oben auf der Tribüne beigewohnt!
Aufgrund meiner vorher zugesagten Würzburg-Verpflichtung gegenüber der Theaterpädagogin Jenny Holzer vom Mainfrankentheater in Kooperation mit Dr. Frank Hoffmann vom Institut für Deutschlandforschung der Uni Bochum konnte ich der Tribünen-Einladung unserer SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke leider nicht Folge leisten. Wie sollte ich auch Donnerstagabend um 22 Uhr auch noch nach Würzburg kommen, um Freitag früh (s.o.) frisch und munter den Schülern über meine 35 DDR-Jahre zu berichten?
Also beobachtete ich das parlamentarische Treiben zwangsläufig, aber ganz gemütlich, aus dem ehrwürdigen Würzburger Bürgerspital bei einem Gläschen guten Silvaner im Parlaments-TV auf meinem Iphone .
Wenn zwar nur aus der Ferne, war es dennoch eine Genugtuung mitzuerleben, nach jahrzehntelangem Kampf um moralische und materielle Anerkennung endlich eine annehmbare Ziellinie überquert zu wissen in unserem bisherigen ungleichen Wettstreit mit den sich in die Demokratie herübergeretteten ehemaligen System-trägern des DDR-Regimes.
Von dieser großartigen Stimmung beseelt, trat ich am nächsten Morgen vor die ungewöhnlich große und interessierte Schülerzahl, um ihnen meine Genese vom sozialistisch geprägten DDR-Schüler zum Staatsfeind des SED-Regimes in Wort und Bild zu präsentieren.
Anhand der vielen interessierten und klugen Fragestellungen seitens der jungen Zuhörer im Anschluss kann ich davon ausgehen, dass mein Vortrag, der Ergänzung des Geschichtsunterrichts als auch der Demokratieerziehung dienend, seine positive Wirkung nicht verfehlt hat.
Ein lang anhaltender Beifall am Ende der Zeitzeugen-Veranstaltung war der dankbar angenommene Lohn für den Vortragenden. Er bedeutet für uns Zeitzeugen: Weitermachen!
Während für mich der Weg zum Würzburger Hauptbahnhof folgte, begann für die Gymnasiasten Teil 2 des außergewöhnlichen Freitag-Geschichtsunterrichts, nämlich die spannende und authentische Aufführung von Das schweigende Klassenzimmer auf der hauseigenen Probebühne.
Mit dem Erleben dieses Theaterstücks nach dem Buch von Dietrich Garstka dürfte dem letzten Schüler an diesem Tage der Unterschied zwischen stalinistischer Diktatur und gelebter Demokratie in einem freien Deutschland klargeworden sein...
Felix Heinz Holtschke
Würzburg, Foyer Mainfrankentheater am 31.Januar 2025 um 9.30 Uhr:
Mehr als 130 Schüler und Lehrer des ehrwürdigen Riemenschneider-Gymnasiums – gegründet im Jahre 1886 - warteten bereits zu dieser für einen Rentner sehr frühen Morgenstunde auf den Zeitzeugen der 2. Deutschen Diktatur, um vielleicht etwas Authentisches und hautnah Erlebtes über die Zustände in der 1989 unterge- gangenen DDR zu erfahren als im üblichen Geschichtsunterricht. Selbst der kommis-sarische Intendant Georg Rootering ließ es sich nicht nehmen, in das vollbesetzte Foyer hineinzuschauen.
An diesem Tag hätte ich mich allerdings zweiteilen wollen. Denn am Vortage, spätabends gegen 20.40 Uhr, wurde im Deutschen Bundestag in Berlin seitens der Abgeordneten über die materielle Situation der ehemaligen Opfer des SED-Regimes diskutiert und nach einer ca. einstündigen Debatte endlich und eigentlich wider Erwarten das 6. Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR beschlossen. Wie gerne hätte ich diesem Akt der Wiedergutmachung, des Respekts und der Anerkennung der Lebensleistung politisch Verfolgter in der ehemaligen DDR persönlich oben auf der Tribüne beigewohnt!
Aufgrund meiner vorher zugesagten Würzburg-Verpflichtung gegenüber der Theaterpädagogin Jenny Holzer vom Mainfrankentheater in Kooperation mit Dr. Frank Hoffmann vom Institut für Deutschlandforschung der Uni Bochum konnte ich der Tribünen-Einladung unserer SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke leider nicht Folge leisten. Wie sollte ich auch Donnerstagabend um 22 Uhr auch noch nach Würzburg kommen, um Freitag früh (s.o.) frisch und munter den Schülern über meine 35 DDR-Jahre zu berichten?
Also beobachtete ich das parlamentarische Treiben zwangsläufig, aber ganz gemütlich, aus dem ehrwürdigen Würzburger Bürgerspital bei einem Gläschen guten Silvaner im Parlaments-TV auf meinem Iphone .
Wenn zwar nur aus der Ferne, war es dennoch eine Genugtuung mitzuerleben, nach jahrzehntelangem Kampf um moralische und materielle Anerkennung endlich eine annehmbare Ziellinie überquert zu wissen in unserem bisherigen ungleichen Wettstreit mit den sich in die Demokratie herübergeretteten ehemaligen System-trägern des DDR-Regimes.
Von dieser großartigen Stimmung beseelt, trat ich am nächsten Morgen vor die ungewöhnlich große und interessierte Schülerzahl, um ihnen meine Genese vom sozialistisch geprägten DDR-Schüler zum Staatsfeind des SED-Regimes in Wort und Bild zu präsentieren.
Anhand der vielen interessierten und klugen Fragestellungen seitens der jungen Zuhörer im Anschluss kann ich davon ausgehen, dass mein Vortrag, der Ergänzung des Geschichtsunterrichts als auch der Demokratieerziehung dienend, seine positive Wirkung nicht verfehlt hat.
Ein lang anhaltender Beifall am Ende der Zeitzeugen-Veranstaltung war der dankbar angenommene Lohn für den Vortragenden. Er bedeutet für uns Zeitzeugen: Weitermachen!
Während für mich der Weg zum Würzburger Hauptbahnhof folgte, begann für die Gymnasiasten Teil 2 des außergewöhnlichen Freitag-Geschichtsunterrichts, nämlich die spannende und authentische Aufführung von Das schweigende Klassenzimmer auf der hauseigenen Probebühne.
Mit dem Erleben dieses Theaterstücks nach dem Buch von Dietrich Garstka dürfte dem letzten Schüler an diesem Tage der Unterschied zwischen stalinistischer Diktatur und gelebter Demokratie in einem freien Deutschland klargeworden sein...
Felix Heinz Holtschke
Text von
Felix Heinz Holtschke
VOS-Landesvorsitzender NRW
im Februar 2024
Geschichtsunterricht für NRW-Zeitzeugen in Würzburg
geschrieben von Felix Heinz Holtschke für die „Freiheitsglocke", das Publikumsorgan der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS. e.V.)
Was vor Monaten zwischen den Protagonisten Silke Flegel und Frank Hoffmann vom Institut für Deutschlandforschung (IDF)der Ruhr-Universität Bochum und Barbara Bily, der Schauspieldirektorin des Mainfranken Theaters Würzburg, angeregt und beschlossen worden ist, wurde am 22. Februar 2024 Wirklichkeit: Zeitzeugen der SED-Diktatur aus dem NRW-Zeitzeugenprojekt, gemeinsam getragen von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und dem IDF der Uni, folgten in Begleitung des Bochumer Teams einer Einladung in das mainfränkische Würzburg zur Premierenaufführung von Dietrich Garstkas (gest. 2018) im Jahr 2018 verfilmten Dokumentation Das schweigende Klassenzimmer.
Mit Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte sich das kleine Ensemble der Probebühne des Mainfrankentheaters unter der Regie von Anna Stiepani der spannenden Thematik der schweigenden Solidarität einer Storkower Abiturklasse angesichts der brutalen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes 1956 gewidmet. Mit gekonnter Dramaturgie, einfachen, jedoch wirkungsvollen Bild-, Originaldokument-, Akustik- und Lichteffekten, wurde die bewegende Geschichte der Storkower Abiturklasse von 1956, deren harmloser Protest zu einer Staatsaktion mit dramatischen Folgen für die Beteiligten hochstilisiert worden ist, wie es nur in einem totalitären System wie in der damaligen DDR möglich sein konnte, eindrucksvoll und emphatisch durch das junge Schauspielerteam vorgetragen.
Mit lang anhaltendem Beifall (mindestens 5 Vorhänge) bedankte sich das Publikum im vollen Haus für die authentische Darstellung einer historischen Begebenheit, die insbesondere für die zahlreichen jüngeren Zuschauer durchaus auch als eine Geschichtsstunde zur Demokratieerziehung eingeordnet werden darf.
Im Publikum war auch der einzige noch lebende damalige Storkower Abiturient und heutige prominente Zeitzeuge Karsten Köhler (*1938), der zusammen mit dem Buchautor Dietrich Garstka am 3. November 1956 diese später eskalierende Schweigeminuten-Aktion angeregt hatte. Karsten Köhler war damit zwangsläufig wohl der gefragteste Gesprächspartner bei der anschließenden Premierenfeier, wo wir Gäste aus Nordrhein-Westfalen bei einem Gläschen Frankenwein angeregte Gespräche auch mit den Schauspielern der soeben miterlebten Aufführung als auch mit der Intendanz des Mainfranken Theaters und dem stellvertretenden Bürgermeister von Würzburg führen konnten.
Ein insgesamt bewegender und lange nachwirkender Theaterabend! Wir sagen den Initiatoren danke!
Mit Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte sich das kleine Ensemble der Probebühne des Mainfrankentheaters unter der Regie von Anna Stiepani der spannenden Thematik der schweigenden Solidarität einer Storkower Abiturklasse angesichts der brutalen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes 1956 gewidmet. Mit gekonnter Dramaturgie, einfachen, jedoch wirkungsvollen Bild-, Originaldokument-, Akustik- und Lichteffekten, wurde die bewegende Geschichte der Storkower Abiturklasse von 1956, deren harmloser Protest zu einer Staatsaktion mit dramatischen Folgen für die Beteiligten hochstilisiert worden ist, wie es nur in einem totalitären System wie in der damaligen DDR möglich sein konnte, eindrucksvoll und emphatisch durch das junge Schauspielerteam vorgetragen.
Mit lang anhaltendem Beifall (mindestens 5 Vorhänge) bedankte sich das Publikum im vollen Haus für die authentische Darstellung einer historischen Begebenheit, die insbesondere für die zahlreichen jüngeren Zuschauer durchaus auch als eine Geschichtsstunde zur Demokratieerziehung eingeordnet werden darf.
Im Publikum war auch der einzige noch lebende damalige Storkower Abiturient und heutige prominente Zeitzeuge Karsten Köhler (*1938), der zusammen mit dem Buchautor Dietrich Garstka am 3. November 1956 diese später eskalierende Schweigeminuten-Aktion angeregt hatte. Karsten Köhler war damit zwangsläufig wohl der gefragteste Gesprächspartner bei der anschließenden Premierenfeier, wo wir Gäste aus Nordrhein-Westfalen bei einem Gläschen Frankenwein angeregte Gespräche auch mit den Schauspielern der soeben miterlebten Aufführung als auch mit der Intendanz des Mainfranken Theaters und dem stellvertretenden Bürgermeister von Würzburg führen konnten.
Ein insgesamt bewegender und lange nachwirkender Theaterabend! Wir sagen den Initiatoren danke!
Text von
Felix Heinz Holtschke
VOS-Landesvorsitzender NRW
8. Dezember 2023
Das neue Mainfranken Theater ist ein würdiger Ort für Staunen, Verzauberung und Auseinandersetzung
Kommentar von Mathias Wiedemann, erschienen in der Main-Post-Ausgabe vom 4. Dezember 2023)
Eine Erwiderung an alle, die jetzt wieder beklagen werden, dass das viele Geld für das neue Mainfranken Theater woanders viel dringender gebraucht werde.
Natürlich werden zu diesem oder anderen Beiträgen über die Eröffnung des Kleinen Hauses des Mainfranken Theaters wieder die üblichen Kommentare eingehen: So viel Geld, das doch andernorts viel dringender gebraucht werde. So viel Aufwand für ein kleines Häufchen privilegierter Bildungshungriger. Und natürlich könnte man hier die üblichen Gegenargumente auflisten: Von der unverzichtbaren Rolle einer freien Kunst in demokratischen Gesellschaften. Vom uralten Bedürfnis des Menschen, Geschichten erzählt zu bekommen. Von der Sehnsucht nach Staunen, Verzauberung und Auseinandersetzung.
Diejenigen, die derlei noch nicht am eigenen Leibe beziehungsweise der eigenen Seele erfahren haben, wird das freilich nicht überzeugen. Wie aber kann man möglichst vielen Menschen solche Erfahrungen zugänglich machen? In aller Regel werden die Theater in die Pflicht genommen: Ihr müsst dafür sorgen, dass eure teuren Häuser voll sind! Das ist nur zum Teil richtig. Natürlich müssen die Theater die richtigen Angebote machen. Aber dass diese überhaupt als solche erkannt werden, dafür braucht es viele Mitwirkende, von Familien und Elternhäusern über die Schulen bis hin zu den Medien.
Kunst und Kultur drohen immer mehr hinter einem immer lauter werdenden multimedialen Rauschen zu verschwinden, das seine höchste Blüte in skurrilen, nicht selten sinnfreien Kurzvideos zu entfalten scheint. Die Stadt Würzburg und der Freistaat jedenfalls haben an ihrem Ende der Gleichung erstmal alles richtig gemacht: Sie haben trotz aller Krisen, Pannen und Rückschläge einen würdigen Ort für Staunen, Verzauberung und Auseinandersetzung geschaffen. Und das ist eine der sehr seltenen, sehr guten Nachrichten dieser Tage.
Natürlich werden zu diesem oder anderen Beiträgen über die Eröffnung des Kleinen Hauses des Mainfranken Theaters wieder die üblichen Kommentare eingehen: So viel Geld, das doch andernorts viel dringender gebraucht werde. So viel Aufwand für ein kleines Häufchen privilegierter Bildungshungriger. Und natürlich könnte man hier die üblichen Gegenargumente auflisten: Von der unverzichtbaren Rolle einer freien Kunst in demokratischen Gesellschaften. Vom uralten Bedürfnis des Menschen, Geschichten erzählt zu bekommen. Von der Sehnsucht nach Staunen, Verzauberung und Auseinandersetzung.
Diejenigen, die derlei noch nicht am eigenen Leibe beziehungsweise der eigenen Seele erfahren haben, wird das freilich nicht überzeugen. Wie aber kann man möglichst vielen Menschen solche Erfahrungen zugänglich machen? In aller Regel werden die Theater in die Pflicht genommen: Ihr müsst dafür sorgen, dass eure teuren Häuser voll sind! Das ist nur zum Teil richtig. Natürlich müssen die Theater die richtigen Angebote machen. Aber dass diese überhaupt als solche erkannt werden, dafür braucht es viele Mitwirkende, von Familien und Elternhäusern über die Schulen bis hin zu den Medien.
Kunst und Kultur drohen immer mehr hinter einem immer lauter werdenden multimedialen Rauschen zu verschwinden, das seine höchste Blüte in skurrilen, nicht selten sinnfreien Kurzvideos zu entfalten scheint. Die Stadt Würzburg und der Freistaat jedenfalls haben an ihrem Ende der Gleichung erstmal alles richtig gemacht: Sie haben trotz aller Krisen, Pannen und Rückschläge einen würdigen Ort für Staunen, Verzauberung und Auseinandersetzung geschaffen. Und das ist eine der sehr seltenen, sehr guten Nachrichten dieser Tage.
Text von
Mathias Wiedemann
Chefreporter Kultur, Regionalredaktion bei der Main-Post